Geologie

Die Neubaustrecke verläuft durch einen Bereich mit komplexen geologischen und hydrogeologischen Verhältnissen. Während der grenzüberschreitenden Kooperation im Rahmen des INTERREG Programms haben das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und der Tschechische Geologische Dienst (ČGS) sieben geologischen Haupteinheiten  identifiziert, die von besonderer Bedeutung für zukünftige vertiefte Untersuchungen im Rahmen der Planung der Eisenbahn-Neubaustrecke sind. Diese sind von Norden nach Süden aufgelistet:

  • Quartäre Ablagerungen
  • Lausitzer Massiv
  • Elbtalschiefergebirge
  • Osterzgebirge
  • Tschechisches Kreidebecken
  • Böhmisches Mittelgebirge
  • Most Becken

Weiterhin überqueren alle Trassenvarianten mehrere Störungszonen. Für die geotechnische Einschätzung der betrachteten Varianten sind nicht nur die geomechanischen Eigenschaften der jeweiligen Gesteine wichtig, sondern auch die Orientierung der Hauptstörungen zu der beabsichtigten Achse der Trassen. Störungszonen sind häufig durch Bereiche verminderter Scherfestigkeit gekennzeichnet und deshalb im Rahmen der Planung besonders zu untersuchen. Ein vertiefter Untersuchungsbedarf besteht im grenznahen Bereich, wo sämtliche Trassenvarianten zusammenlaufen und den Kreuzungspunkt der Gottleubatalzone mit der Struktur Petrovice-Döbra queren. Eine ganz besondere geotechnische Herausforderung stellt die Durchörterung des Erzgebirgsabbruches, einer großen Störungszone am südlichen Rand des Erzgebirges auf der tschechischen Seite, dar.

Das Projekt erhält im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zur Entwicklung des Eisenbahnverkehrs Sachsen – Tschechien auch im Bereich Geologie fundierte Unterstützung durch die Expertise des Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Geologischer Längschnitt Variante G/ DB AG

Baugrunduntersuchungen

Von Juni 2020 bis Mai 2021 werden Baugrunduntersuchungen an ausgewählten Punkten entlang der Bestands- und im Untersuchungsraum der Neubaustrecke vorgenommen, um die Kenntnisse über die Untergrundverhältnisse zu erweitern und in die weitere Planung einfließen zu lassen. Bei diesen Bohrungen sollen Boden- bzw. Festgesteinsproben aus dem Untergrund u.a. für geotechnische Analysen entnommen werden.
In Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wurden verschiedene Bohrpunkte ausgewählt.
Folgende Bereiche werden untersucht:

  • Bohrungen 1 – Gewerbegebiet Heidenau: Von Juni bis vsl. August 2020 werden auf vsl. sieben Privatflächen im Gewerbegebiet Heidenau (Hauptstraße) bis zu 35 m tiefe Kernbohrungen durchgeführt.
    Weitere Informationen erhalten Sie im entsprechenden Informationsblatt.
  • Bohrungen 2 – Bahngelände zwischen Dresden-Zschachwitz und Heidenau-Großsedlitz: Von Ende Juni bis vsl. August 2020 werden zwischen Dresden-Zschachwitz und Heidenau-Großsedlitz ca. 120 bis zu 8 m tiefe Kernsondierungen auf Bahngelände durchgeführt.*
    Weitere Informationen erhalten Sie im entsprechenden Informationsblatt.
  • Bohrungen 3 – Untersuchungsraum Osterzgebirge: Ab vsl. August 2020 bis Mai 2021 werden neun bis zu 400 m tiefe Kernbohrungen in Heidenau-Großsedlitz, Bahretal (Niederseidewitz, Borna, Gersdorf), Bad Gottleuba-Berggießhübel (Börnersdorf, Breitenau) durchgeführt.
    Weitere Informationen erhalten Sie im entsprechenden Informationsblatt.

Nähere Informationen zu den einzelnen Bohrungen 1, 2 und 3 sowie die Übersichtskarte finden Sie in der Mediathek.

Seit Anfang Juni werden die Bohrpunkte durch den Auftragnehmer vor Ort durch Holzpflöcke gekennzeichnet.
Seit Juli werden Erkundungsbohrungen durchgeführt.