Geologie

Die Neubaustrecke verläuft durch einen Bereich mit komplexen geologischen und hydrogeologischen Verhältnissen. Während der grenzüberschreitenden Kooperation im Rahmen des INTERREG Programms haben das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und der Tschechische Geologische Dienst (ČGS) sieben geologischen Haupteinheiten  identifiziert, die von besonderer Bedeutung für zukünftige vertiefte Untersuchungen im Rahmen der Planung der Eisenbahn-Neubaustrecke sind. Diese sind von Norden nach Süden aufgelistet:

  • Quartäre Ablagerungen
  • Lausitzer Massiv
  • Elbtalschiefergebirge
  • Osterzgebirge
  • Tschechisches Kreidebecken
  • Böhmisches Mittelgebirge
  • Most Becken

Weiterhin überqueren alle Trassenvarianten mehrere Störungszonen. Für die geotechnische Einschätzung der betrachteten Varianten sind nicht nur die geomechanischen Eigenschaften der jeweiligen Gesteine wichtig, sondern auch die Orientierung der Hauptstörungen zu der beabsichtigten Achse der Trassen. Störungszonen sind häufig durch Bereiche verminderter Scherfestigkeit gekennzeichnet und deshalb im Rahmen der Planung besonders zu untersuchen. Ein vertiefter Untersuchungsbedarf besteht im grenznahen Bereich, wo sämtliche Trassenvarianten zusammenlaufen und den Kreuzungspunkt der Gottleubatalzone mit der Struktur Petrovice-Döbra queren. Eine ganz besondere geotechnische Herausforderung stellt die Durchörterung des Erzgebirgsabbruches, einer großen Störungszone am südlichen Rand des Erzgebirges auf der tschechischen Seite, dar.

Geologischer Längschnitt Variante G/ DB AG

Das Projekt erhält im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zur Entwicklung des Eisenbahnverkehrs Sachsen – Tschechien auch im Bereich Geologie fundierte Unterstützung durch die Expertise des Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.