Oberbau bei offener Streckenführung

Jeder Bahnkörper besteht aus Unter- und Oberbau – meist ein Schotterbett mit Gleiskörper. Sie dienen der Aufnahme und Verteilung der Kräfte, die durch Masse, Beschleunigung, Sinuslauf, Fahrzeuggeschwindigkeit, Temperaturbelastung und Witterung entstehen. Auch die Höchstgeschwindigkeit und die zulässige Achslast von Fahrzeugen hängen von ihnen ab. Die Schienen liegen auf Querschwellen im Schotterbett. Dieses ist flexibel und überträgt statische und dynamische Belastungen gleichmäßig auf den Unterbau. Vorteile des Schotterbettes sind eine relativ gute Geräuschdämmung und die Aufnahme von Schwingungen, die durch die fahrenden Züge entstehen.

Prinzipdarstellung eines Bahndamms (Deutsche Bahn AG)

Oberbau im Tunnel

Bei der festen Fahrbahn liegt das Gleis nicht in einem Schotterbett, sondern direkt in einem Bett aus Beton. Schwellen und Schotter werden also nicht mehr benötigt. Die Feste Fahrbahn erfüllt die vom Hochgeschwindigkeitsverkehr gestellten Anforderungen bestens: Der Instandhaltungsaufwand ist niedrig, die Verfügbarkeit hoch, sie bietet ein hohes Maß an Sicherheit und einen minimalen Verschleiß an den Fahrzeugen.

Welches Oberbausystem im Erzgebirgsbasistunnel verbaut wird, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest.

Vergleich Feste Fahrbahn und klassischer Schotteroberbau (DB AG)

Brücken und Überwerfungsbauwerke

Innerhalb der verschiedenen Varianten sind Brücken oder Überwerfungsbauwerke notwendig, um die Neubaustrecke unter oder über vorhandene Verkehrswege oder Gebäude zu führen.

Zur Überquerung der Neubaustrecke über die parallel verlegten Gleise der Bestandsstrecke ist der Bau eines Überwerfungsbauwerkes als Stahlbetonrahmen erforderlich. Für eine andere bautechnische Lösung einer höhenfreien Kreuzung kann zur Überquerung der Bestandsstrecke über die Gleise der Neubaustrecke ebenfalls das Bauprinzip eines Überwerfungsbauwerkes als Stahlbetonrahmen angewendet werden. In diesem Fall müssen die neu verlegten Gleise der Bestandsstrecke angerampt und über die Gleise der Neubaustrecke geführt werden.

Gleiches gilt auch für den Fall einer Unterquerung der Bestandsstrecke unter die Gleise der Neubaustrecke sowie umgekehrt auch für den Fall einer Unterquerung der Neubaustrecke unter die Gleise der Bestandsstrecke.

Der Bau von weiteren Brückenbauwerken ist für die Varianten D bis G vor den Tunnelbauwerken vorgesehen. Diese sind in der Regel als zweigleisige Deckbrücken mit einem Gleisabstand von 4,5 m auszubilden. Für Brücken, die unmittelbar auf Tunnelbauwerke folgen, kann diese Maßgabe aufgrund der geschwindigkeitsabhängigen Mindestlängen der Gleisverziehung nicht eingehalten werden. Diese Brückenbauwerke müssen demnach eingleisig ausgebildet werden. Der Achsabstand der Brückenbauwerke beträgt aufgrund der benachbarten Tunnelröhren bis zu 24,7 m.